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Wanseler
Inhalt: - ,,Die Gotteshäuser in Wanseler''
- ,,Kurzer Exkurs in die Dorfgeschichte''
- Bestellung der Brochüre ,,Die Kapelle aus Winseler''
Die Gotteshäuser in Winseler
Erstes Gotteshaus:
Im Jahre 1417 soll in Winseler die Einsegnung einer Kapelle stattgefunden haben. (G. Keipes, siehe Literaturnachweis)
In den Jahren 1604 und 1707 werden Winseler und Erpeldingen als von Wiltz abhängige Filialen aufgeführt. (D. Guilleaume, siehe Literaturnachweis)
Weitere Angaben liefert das Pfarr-Register Nr. 50 aus dem Pfarr-Archiv der Pfarrei N/Wiltz über die Kapelle von Winseler. Dieses enthält deren Jahreskonten aus den Jahren 1624 / 1628 / 1663 / 1680 / 1696 und 1698. (Jos Thein, siehe Literaturnachweis)
1746 soll dann eine Vergrößerung des Gebäudes vorgenommen worden sein. (G. Keipes, siehe Literaturnachweis)
Im Schriftwerk von Arthur Schon, siehe Literaturnach- weis, in welchem die verschiedenen notariellen Akten und die Schriften des ‚Conseil Provincal’ (CP) aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert aufgeführt sind, finden sich weitere konkrete Hinweise auf ein Gotteshaus in Winseler. |
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Nachstehend einige erwähnenswerte Beispiele:
- Notarielle Akte von J. R. Bernard vom 5.1.1757 betreffend eine Anleihe der Kapelle Nocher bei der Kapelle Winseler, siehe auch später.
- 17.3.1778: Winseler klagt, „...Pfarrer Vietor, Wiltz, spiele dauernd einem Einwohner aus Winseler die Momperschaft der Ortskapelle zu, obschon der Ort die Kapelle gemeinsam erbaut, dotiert, repariert und stets reihum verwaltet habe!“ (CP 448)
- 21.11.1778: „Triste exode en commun des 50 cloches du canton de Wiltz voiturées vers Luxembourg.“ Davon 2 ( !!) aus Winseler ! (F 738) ‚F’: régime français / farde n° 738
Kurz vor 1842 muss diese Kapelle eine größere Restaurierung erfahren haben, wie in einem Brief vom 12.12.1842 der Winseler Einwohner an den Apostolischen Vikar zu lesen ist.
Aus den Unterlagen im Bistums-Archiv in Luxemburg geht hervor, dass der damalige Kaplan Cleesen am 27.5.1867 einen Brief an den zuständigen Bischof von Luxemburg geschickt hatte, mit der Bitte die Errichtung eines neuen Gotteshauses in Winseler zu genehmigen. Dort heißt es: „...die Kapelle könnte von keinem Christen als Gotteshaus bezeichnet werden...“
Bereits sieben Jahre vorher waren Kapital und Holzmaterial angeschafft worden. Nun war aber bereits der Bau einer neuen Dorfschule in vollem Gange und die Errichtung einer Kapelle musste somit zurückgestellt werden. Der Kirchenrat und die obere Bevölkerungsschicht waren der Meinung, der Bau beider Gebäude würde das Dorf ruinieren. So wurde also nur ein neues Schulgebäude gebaut!
Weiter findet sich in den Archiven des Bistums ein Schreiben vom ‚Secrétaire de l’Intérieur Kirpach’ an ‚Msgr. l’Evêque de Luxembourg’ welches das Datum 29.4.1884 trägt: „... plans et devis pour la reconstruction de la chapelle de Winseler, commune de ce nom.“ Dies läßt die Schluss- folgerung zu, dass in den darauffolgenden Jahren die jetzige Kapelle errichtet wurde.
Die heutige Kapelle:
Wie schon erwähnt, ersuchte man 1884 die Genehmi- gungen für den Bau einer neuen Kapelle in Winseler. Das Jahr der Fertigstellung respektiv der Einsegnung (wenn überhaupt?) der heutigen Kapelle, konnte leider nicht genau ausfindig gemacht werden. Die ‚Ardennerzeitung’, siehe später, vom 28.11.1893, gibt nur dieses an: „Ein nettes Kirchlein steht seit einigen Jahren in unserem Dorfe!“ Gemäß diesen beiden Angaben muß unser heutiges Gotteshaus also kurz vor 1890 gebaut worden sein, die 100-Jahr-Feier ist also ‚spurlos’ an den Winselern vorüber gegangen!
Architekt könnte H.Hartmann, Baukonduktor in Diekirch, gewesen sein.Anzeichen dafür ist die Bauweise des Turmes, welcher nicht als ganzer Turm, sondern nur als „Dachreiter“ ausgeführt ist, siehe auch die Kapellen in Grümelscheid,, Büderscheid, Selscheid, .....
In der neuen Kapelle wurde keine Empore errichtet, die Frage, ob die frühere eine solche hatte, bleibt offen!
Im Jahre 1967 fasste man dann grössere Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten ins Auge, siehe hierzu den Bericht der Kirchenkommision (COBAREL) auf den folgenden Seiten. Es begann mit dem Neuanstrich. Dazu musste zuerst die ganze Decke aus Holz dekapiert werden, eine mühselige und langatmige Arbeit, um das schöne Holzgewölbe wieder in seinem ‚Naturton’ erscheinen zu lassen.
Ein neuer Fußboden aus Naturstein (Solnhofen) mit einer elektrischen Nachtspeicher-Fußbodenheizung wurde verlegt. Der neogotische Hauptaltar, der dazu passende Seitenaltar, der Predigtstuhl und die Kommunionbank wurden entfernt. Der Taufstein aus Gips, welcher wahrscheinlich aus der (kurzen) Zeit stammte, wo die Kapelle Winseler zur Sukkursalpfarrei erhoben worden war, siehe später (Pfarreienzugehörigkeit), und die Gips-Statuen wurden nicht mehr aufgestellt, lediglich die wertvollen Holzstatuen, siehe später (Die Heiligen der Kapelle von Winseler).
Der Chorraum musste neu gestaltet werden. Ein neuer Altar, aus Zementziegel gemauert und mit dunkelfarbigen Marmorplatten umkleidet, wurde errichtet. Hinter dem Altar integrierte man den neuen bronzefarbigen Tabernakel in einen ästhetischen, schwarzen Stahrahmen. Dahinter ein beige- farbener Vorhang um die Tür zur Sakristei zu verdecken. Nebst neuer Beleuchtung wurde auch die Glockenmechanik modernisiert und elektrifiziert.
Anstelle der alten Stationen, siehe Foto auf der nächsten Seite, ließ man bei Herrn Kratzenberg aus Clerf 14 neue anfertigen. Diese sind aus Gips in Relief-Guss gemacht und in den Farbtönen dunkel-grün und gold bemalt.
Die alten Bodenplatten verlegte man aussen um das Gotteshaus. Sie sorgen noch heute auf der linken Seite der Kirche für einen sauberen Zugang zum Sakristeieingang.
Weitere Fotos im Anhang zeigen die Innenansichten unserer Kapelle nach dieser ersten erfahrenen Renovierung respektiv Restaurierung.
Zur Renovierung respektiv Restaurierung 2005/2006:
Im Jahre 1993 war die Erneuerung der Außenfassade unserer Kapelle im Budget der Gemeindeverwaltung vorgesehen, was dann auch ausgeführt wurde. Fortan stand der Punkt ‚Renovierung resp. Restaurierung unserer Kapelle’ immer auf der Tagesordnung der Kirchenratssitzungen.
Am 27 Juni 2000 war dann die Kirchenkommission an Ort und Stelle.
Im Jahre 2003 hatte die Gemeindeverwaltung die Erneuerung und die Isolierung des Kirchendaches in ihrem Haushalt vorgesehen. Die Krönung dieser umfangreichen Arbeiten war die Aufsetzung des neuen Kirchenhahnes am 8. November 2003, siehe später.
Die schwierigste Entscheidung war wohl die Wahl eines geeigneten Heizungssystems. Der Kirchenrat sprach sich mehrheitlich für eine neue Fußbodenheizung aus, während die Gemeindeverwaltung sich aus umwelt-, bau- und finanz- technischen Gründen für eine Warmluft-Heizung mittels s.g. ‚Ventilos’ entschied. Diese wurde Ende Sommer 2005 installiert und von der Winseler Kirchenfabrik kofinanziert.
Im vergangenen Jahr ließ die Gemeindeverwaltung auch die Treppenmauer renovieren.
Nun war es an der Kirchenfabrik selbst. Da der Kirchenrat in den vergangenen Jahren bereits eine neue Beleuchtung im Schiff, eine Sprechanlage und mehrere kleinere Anschaffungen in Auftrag gegeben hatte, standen jetzt folgende Investitionen an:
Gebäude: Innenanstrich (+Sakristei: neue Decke, neue Mauerverkleidung), Installation einer Toilette in der Sakristei, Neue Türen (Sakristei/WC), Reparatur und Schleifen des Fußbodens, neue Chor-Beleuchtung, Aussenleuchte mit Bewegungsmelder über der Sakristei-Türe, neue Glocken- steuerung.
Mobiliar: Neuer Altar, Lespult (Ambo), Osterkerzenständer, Polychromierung von 4 Statuen, neuer Priestersitz, neue Polsterung der Kirchenbänke und Chorstühlen (Sedilien), Umänderung einiger Kirchenbänke, kleines Regal für die Gesangbücher, Restaurierung von liturgischen Gegenständen (Kelch, Rauchfass, Kerzenständer, ... , bei einer Goldschmiede in Deutschland), Schaukasten (‚Vitrine’ zum Aufzeigen älterer, nicht mehr im Gebrauch stehender Gegenstände), Teppich zwischen Tabernakel und Altar, und eine neue Orgel mit s.g. Resonatoren.
Im Laufe der konkreten Planungen der anstehenden Arbeiten entschied man sich, den Innenraum in ein und demselben Farbton zu streichen, also wie seit 1970 und (schon damals) gemäß Empfehlung des II. Vatikanischen Konzils, um die Einheit von Priester und Gemeinde hervorzuheben. Die 4 Stützpfeiler im Schiff sollten aber farblich abgesetzt werden.
Nun kam die Idee auf, das zugebaute Fenster in der hinteren Chorwand, dessen Umriss sich trotz bester Ausbesserungen immer wieder zeigte und sicher auch weiterhin sichtbar sein würde, durch ein ‚dekoratives’ Element im Chorraum in Erinnerung zu rufen. So wurde der Umriss in der Größe wie die anderen Fenster, aufgezeichnet, dann die Innenfläche mit einem pastell farbenen Grünton mittels ‚Patiniertechnik’ gestrichen und anschließend in einen goldbronzenen Rahmen eingefasst.
(Grün, symbolisch interpretiert: Farbe der Hoffnung. Die Hoffnung auf ein ewiges Leben - die drei göttlichen Tugenden sind ja Glauben, Hoffnung und Liebe - ist eines der Fundamente unseres christlichen Glaubens. Das Kreuz in unserer Kapelle hängt auf diesem ‚Hintergrund’, der Tod Christi am Kreuz war nicht ohne Hoffnung! Christus selbst ist ja auch im ‚Königsmantel’ dargestellt, der König über Leben und Tod, der Weltenkönig!)
Die Mitglieder des Kirchenrates sehen die Renovierungs- und Restaurierungs-Arbeiten jedenfalls als Erfolg an und werden nicht ohne einen bescheidenen Stolz sein, wenn sie fortan ‚ihre’ Kapelle betreten und sich auch zukünftig für die (vorwiegend materiellen) Belange der Kapelle in Winseler einsetzen!
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Kurzer Exkurs in die Dorfgeschichte :
(Quelle: E. Friedrich, siehe Literaturnachweis)
Es wird angenommen, dass der Name W i n s e l e r von dem Personennamen ‚W i n i z i o’ herkommt. Ein Mann namens Winizio, vielleicht ein fränkischer Kriegsgefangener der Römer, habe sich dereinst hier niedergelassen.
Winseler war bereits im 10. Jahrhundert Bestandteil der Herrschaft Wiltz und gehörte bis 1803 der Pfarrei Wiltz an. Godhart von Wiltz hatte das Dorf und seinen sonstigen Winseler Besitz verpfändet. 1368 löste Johann von Wiltz diesen Pfand wieder ein!
Folgende Bezeichnungen für Winseler tauchen in der Zeit von Anfang 14. bis Mitte 16. Jahrhundert auf:
Winzelar / Wintzelar / Wantzlaer / Wintzlar / Wanseler / Wynseller und Wanszeler. |
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(Bild: Joffer Léonie Thill)
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Nachgelesen bei Wilhelm Herchenbach, Die Welt, Luxemburg 5, S. 56 / Verlag G.J. Manz
Regensburg 1882
„Eines der zunächst bei Wiltz liegenden und zu jener Gemeinde gehörigen Dörfchen ist Winseler. Es liegt ziemlich tief zwischen den Hügeln, ist zu Wiltz gepfarrt und bildet kirchlich eine Kaplanei.
Walther von Befort, Herr von Linster und von Wiltz, bekennt in einer Urkunde von 1368, mit Johann von Wiltz übereingekommen zu sein, dass der letztere in beider Namen das Dorf und das Gut von Winseler von Hubert von Elter, welcher dasselbe als Pfandschaft von Herrn Godeward von Wiltz besass, wieder einlösen dürfe.“ ________________________
Nachgelesen bei Fritz Rasqueé, Das Oesling im Krieg / Verlag Luxemburgesia, S. 699, Luxemburg 1946
„Winseler, ein trautes Oeslinger Dorf mit 40 Häusern, liegt idyllisch in einer Mulde zwischen bewaldeten Bergen eingeschlossen. Die Wiltz durchschneidet die Ortschaft, die früher von einer Römerstraße durchquert wurde. Oberhalb des ‚Pulverturms’ stößt man auf die Fundamente des alten ‚Raubritterschlosses’. Niemand hätte geahnt, dass die Fluren und Wälder von Winseler, die ‚Hielschend’, das ‚Höhendall’, der ‚Kreizwé’, einmal einen blutigen Kampf erleben würden, dass ‚am Böwendall’, ‚op Fêschbicht’, ‚op Röpps’, ‚op Oschpelt’, ‚in der Grabicht’, ‚op Neiräder’, ‚op Lawert’, ‚beim Birchen’ eine große Offensive ausgetragen würde.“
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(Archives Georges Keipes) |
Ween elo durrich di verschidden Hiweiser (siehe später/weiter Fotos im Anhang/...) virwetzig ginn ass, dem sief gesot, datt dës Artikelen aus enger Brochure erausgeholl sën, déi bei Geleegenheet vun der Neiaseegnung vun der Wanseler Kapell am Juni 2006 erauskoum. D'Inhaltsverzeichnis steet hei drënner.
Ween un der ganzer Brochure interesséiert ass, sollt einfach 20 € op der Kiirchefabréck vu Wanseler hire Kont bei der BCEE iwwerweisen: LU03 0019 3600 0011 6000
Den Iwwerweiser krëtt së dann zougeschéckt.
Merci !
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